Johannes Donner bei Kunststroom Roerdalen 10. u. 11. September 2011.

KUNSTSTROOM ROERdalen
COURS D’ART de la ROER
KUNSTSTROM RUR
Het is de Roer die ons verbindt.
Es ist die Rur die uns verbindet.
C’ est la Roer qui nous réunit.
Der “KUNSTSTROOM ROERdalen” war eine internationale, zweitägige Kunst- und Kulturveranstaltung, die in historischen Bauwerken der Gemeinde Roerdalen stattfand. Daran konnten sich Künstler aus allen im Stromgebiet der Rur gelegenen deutschen, belgischen und niederländischen Gemeinden beteiligen.
Es handelte sich um eine Kunstveranstaltung, die jung und alt verbindet und bei der sehr unterschiedliche zeitgenössische Kunst mit dem kulturellen Erbe in einen Dialog gebracht werden sollte. Die Veranstaltung findet jährlich in Verbindung mit dem monumentenweekend statt.
Der oben genannte Titel drückt die Grundidee der Kulturveranstaltung aus. Die internationale Rur überwindet Grenzen und Sprachbarrieren und verbintet uns miteinander: ein kontinuierlicher Strom von Kunst und Kultur, von Vergangenheit in die Zukunft. Er bezeichnet gleichzeitig die Landschaft und den Raum in dem die Kulturveranstaltung stattfindet.
Die Gemeinde Roerdalen gliedert sich in 6 Orten: Herkenbosch, Melick, Montfort, Posterholt, St. Odiliënberg, Vlodrop.

‘Het is de Roer die ons verbindt – Es ist die Rur die uns verbindet – C’ est la Roer qui nous réunit’

Dieses Motto kann programmatisch im Rahmen der Veranstaltung in sehr unterschiedlicher Weise interpretiert werden. Deshalb wird nicht allein auf bildende Kunst abgehoben, es werden auch andere kulturelle Aktivitäten wie Musik, Tanz, Gesang und Poesie usw. präsentiert.
Darüber hinaus wird angestrebt, jährlich eine Ausstellung von Arbeiten eines verstorbenen Künstlers aus den Rurgemeinden zu integrieren.
Neben dem Zuschnitt auf Kunst und Kultur hat die Veranstaltung zugleich soziale und ökonomische Schwerpunkte. Sie leistet einen Beitrag für die Identität und den Bekanntheitsgrad der Gemeinde im Hinblick auf Tourismus, vorallem aber für das kulturelle Klima, die kulturelle Infrastruktur und die Förderung des Zusammenhaltes innerhalb der Gemeinde Roerdalen. Sie leistet ebenfalls einen Beitrag im Rahmen der Zusammenarbeit und des Austausches über die Grenzen hinweg.
Eine Route führte den Besucher durch die Kulturlandschaft entlang historischer Bauwerke die durch ihre Lage und ihre ursprüngliche Funktion mit der sie umgebenden Landschaft verzahnt sind. Die historischen Bauwerke, die nun als Ausstellungslokal für zeitgenössische Kunst dienten spannten den Bogen zwischen Sakralbau, historischer Mühle, von Landschloss zum Gutshof und zur alten Bauernscheune.
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Rheinische  Post  13.09.2011

„Gegen den Strom“
Den  Denkmaltag nutzten Künstler aus der Rur-­Region wieder zum grenzübergreifendenProjekt „Kunststroom Roerdalen“. Ausstellungen in historischen Bauten zeigten keineswegs stromlinienförmige Arbeiten. Zum ersten Mal war die   Steinkirchener Kirche eine Ausstellungsstation.

VON  WILLI  SPICHARTZ

WASSENBERG/Roerdalen. Ein Fluss bietet immer gute Möglichkeiten für   Sprachspiele und bildliche Vergleiche. In der Rur-­Region nutzten dies die Künstler:   Seit fünf Jahren bietet der Fluss mit „Kunststroom“ die Metapher für ein besonderes Kunsterlebnis, eine Entdeckungstour zu neuer Kunst in alten Räumen   auf beiden Seiten der deutsch-­ niederländischen Grenze im internationalen Denkmaltag.
Mit der Martinuskirche in der Wassenberger Ortslage Steinkirchen  gab  es   zum  ersten Mal einen Ausstellungsort auf deutscher Seite. “ Alles fließt“ benannte vor   2500 Jahren der Grieche Heraklit den steten Wandel -­ beim Kunststroom 2011 waren   erstmals auch belgische Künstler dabei. Der alles verbindende, beziehungsstiftende  „Stroom“ entspringt in Belgien. 37 Maler und Bildhauer, bei denen nicht nur die   Vielfalt beeindruckte, 21 Gruppen aus Musik, Theater und Poesie, bei denen auch die Vielfalt  beeindruckte, alles in und rund um neun Kastelle, Kirchen, Scheunen und   Basiliken, die allein schon das Rur-­ Gebiet als Jahrtausende altes Kultur-­Gebiet aus-­weisen, bildeten wieder eine Art Raum-­Kunst. Das Ambiente der Martinuskirche nutzt der Hückelhovener Heinz Martin Kuss, um seine großformatigen Langzeit-­Fotos vor-­ zuzeigen, die feste und fließende, bewegende Elemente haben, die Augen zu   Träumen  fixieren können. Träume sind auch Kuss? Motivation zu Motiven wie Federn und   Flügeln, mit langer Belichtungszeit von Konturenschärfe befreit.
Er gehört auch dem Organisationskreis des Kunststrooms an. Das dunkle Parterre des   Kirchturms bildet eine kunstvolle Einheit mit den Fotos von Haustüren der in   Garzweiler II untergegangenen Orte Otzenrath, Holz, Spenrath des St. Odilienbergers Henk Verbeek. Eine Elegie in bewegt-­bewegenden Farbbildern. Der Wegberger   Johannes Donner setzt mit seinen neuen Werken Akzente in den Backstein-­Katakomben des Kasteels Daelenbroek. Spuren der Zeit ziehen sich seit jeher durch   seine Arbeiten, immer mit besonderen und aufwendigen Techniken geschaffen. Er   stellt seine Farben aus Pigmenten und Öl selbst her-­  auf der Leinwand mit Marmormehl überzogen, das beim Trocknen reißt und damit die Motive verstärkt, die   sich häufig auf von Menschen verursachte Katastrophen beziehen. Beeindruckend die „Kernschmelze „, ein rechteckiges Rot in der Mitte, im Kern, ein Fanal ohne Agitation.   Kern der Kunst, Zeitnote Japan.  
Der, überraschend preiswerte, Katalog und die überaus professionelle Internetpräsen-­ tation ohne Marketing-­Glätte vermitteln auch, dass die Beziehung zum Fluss mehr als   ein Titel für eine Kunst-­Aktion, womöglich Kunst-­Auktion, ist. Flüsse und Kunst verbinden -­ und wer zu den Quellen will, muss gegen den Stro(o)m schwimmen.

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